Uferrenaturierung

Von der Presse und leider auch von vielen Kressbronnern unbeachtet blieb die Demonstration im Seegarten am 6.4.14

Eine Gruppe engagierter junger Kressbronnerinnen und Kressbronner hat ihren Unmut zum Ausdruck gebracht, dass die intakte Kressbronner Bucht renatuiert werden soll. Die Bucht ist ein einzigartiges Beispiel für das gewachsene Miteinander von Mensch, Natur und Kultur. Die geplante Anlage eines Uferweges stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die Uferlinie des Bodensees dar. Von Renaturierung kann auf keine Fall gesprochen werden, bestenfalls ließe sich die Maßnahme als Landgewinnung bezeichnen. Landgewinnung zum Zwecke der Anlage eines Walls, auf dem ein Uferweg – weitab vom Wasser – verlaufen würde, der weder von Rollstuhlfahrern noch von Eltern mit Kinderwagen benutzt werden könnte. Er  besteht aus Steinen und ist für Räder ungeeignet.

Sein Ziel erreicht hätte allerdings der scheidende Bürgermeister – er hätte „Kressbronn an den See gebracht“. Es wird sich in Kressbronn hoffentlich ein größerer Widerstand gegegen diese irrsinnige Verschwendung von Steuergeldern formieren als bei Bodan! Nachdem die Gesellschaft zur EWrhaltung  des natürlichen Bodenseeufers in der Kressbronner Bucht meines Wissens die letzte juristische Möglichkeit zur Verhinderung nutzen wird, scheint sich innerhalb der Kommune in unterschiedlichen Zusammenhängen Widerstand zu formieren. Auch beim Bürgerforum kam dieses Thema zur Sprache. Die GUBB wird sich aktiv an der Kritik gegenüber dieser nutzlosen und zerstörerischen Landgewinnungsmaßnahme beteiligen.

Bis heute steht eine politische Begründung, warum hier ökologisch wertvolles Bodenseeufer zerstört und aufgeschüttet werden soll, natürlich noch aus. Es gibt bisher keine Erklärung für die Sinnhaftigkeit der Uferrenaturierung. Das Wort täuscht – es handelt sich um die Zerstörung der in Jahrzehnten entstandenen ökologisch und für Kressbronn auch ökonomisch vorteilhaften Kressbronner Bucht. Der neue Gemeinderat wird hoffentlich zurückrudern und die Weichen für eine an bauwütigem Machbarekeitswahn orientierten Vorhaben neu stellen. Dass die Bebauung des Bodan-Areals und die Zerstörung der Kressbronner Bucht ausgerechnet unter iener rot-grünen Landesregierung realisiert werden soll, hat ein besondes negatives Geschmäckle!