Radler unerwünscht?!

Dass sich Situation der ohnhin überfüllten Bodan-Straße mit der Bebauung des Bodan-Areals weiter zuspitzen wird, haben die Bebauungsbefürworter im Gemeinderat übersehen. Einschränkungen für den Radverkehr wurden als unerheblich bewertet. Sie sollen durch eine geeignete bauliche Neugestaltung der betroffenen Straße aufgefangen werden. So sieht es das Verkehtsgutachten schließlich vor. Schlecht ist, wer Böses dabei denkt?!

Eine Einschränkung des Radverkehrs droht aber auch noch von anderer Seite – schließlich sind Radfahrer in Kressbronn nicht nur vom Nadelöhr der ehemaligen Bodan-Werft betroffen. Mit seinem Beschluß vom 27.02.13 hat sich der Kreistag nämlich aus der Finanzierung von Radverkehrsmaßnahmen vollständig zurück gezogen.  Das ist ein Desaster sondergleichen, da das Land zum Ausbau und zur Förderung des Radverkehrs die neue Förderrichtlinie “RL-Radinfrastruktur” beschlossen hat. Mit dieser Richtlinie wollte das Land den Radverkehr in den Kommunen stärken, indem es 50% der anfallenden Kosten übernimmt. Allerdings wäre der durch fehlende Förderrichtlinien unterbliebene Radwege-Ausbau in wenigen Jahren kaum aufzuholen gewesen. Dass sich der Landkreis aus der Finanzierung von Radwegen zurückzieht, bedeutet für die Kommunen eine zusätzliche finanzielle Belastung. Für diese wird  der Radwegebau  erheblich teurer werden als bisher, weil der Kreis nichts beisteuert! Kressbronn kann sich offensichtlich glücklich schätzen, dass die DaS für die Neugestaltung der Bodanstraße aufkommt. Ein Fahrradweg erübrigt sich bei gleichberechtigtem Nebeneinander von motorisiertem Verkehr und Radfahrern auf der Bodan-Straße ja sowieso?!

Die Schultheißen des Bodenseekreises haben im Kreistag mit o.g. Beschluß gegen die Bedürfnisse der schwächsten Verkehrsteilnehmer votiert. Da darf es nicht verwundern, dass sich BWV- und CDU-Räte in Kressbronn ähnlich verhielten. Mit ihrer Zustimmung zur Bauleitplanung Bodan-Areal ist die Mehrheit der Ratskollegen dem Kressbronner Schultes allerdings auf den Leim gegangen. Wer jedoch über einen Liegeplatz für sein Segelboot verfügt, wie der BWV-Vorsitzende, der hat möglicherweise sowieso nur seine eigenen Interessen im Fokus?!

Dass durch Bodan auf Kressbronn unkalkulierbare Kostenrisiken und Zusatzkosten zukommen, steht außer Frage!  Ich wette, dass für den Ausbau neuer Fahrradwege nichts mehr übrig bleibt, zumal die Kommune wg. des eingangs zitierten Kreistagsbeschlusses keiner Fördergelder mehr beantragen kann. Hoffen wir, dass die Radwege wenigstens noch soweit instand gesetzt werden können, ohne ein erhebliches Risiko für unterschiedlichste Nutzer (Radler, Inliner, Pedelecs, Skater usw.) darzustellen.